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Das Thema Integration ist in Europa im Moment wohl das am meisten diskutierte Thema. Die Flüchtlingskrise hat uns gezeigt, dass wir als Gesellschaft vor ungeahnte Probleme gestellt werden, wenn verschiedene Ansichten aufeinanderprallen. Integration ist aber auch ohne Flüchtlinge ein Thema, mit dem sich Städte ständig beschäftigen müssen. Wir freuen uns, dass die italienische Stadt Imola sich für diese wichtige Aufgabe Unterstützung von Künstlern geholt hat.

Wir kennen AweR seit ein paar Monaten. Jedes Mal,wenn wir ihn treffen und seine jüngsten Arbeiten ansehen, sind wir wieder fasziniert von seinem sehr speziellen Stil aus feinen wellenförmigen Linien und sein Auge fürs Detail. Für das Projekt der Stadt Imola hat er eine ganz eigene Interpretation des Wortes „Integration“ erschaffen. So sieht die Wandmalerei von AweR aus:

Das Bildträgt den Namen „Delirio“ und repräsentiert seiner eigenen Interpretation nach „das Problem der Integration, ausgedrückt in der einfachsten und instinktmäßigsten Form: Tanz und Urtanz. Eine große Party in der Natur, an der alle möglichen Menschen beteiligt sind (rot, gelb, weiß, grün)“.

Falls Du Dich gefragt hast, wie lange so etwas dauert: Es hat insgesamt drei Tage gedauert, das Bild an die Wand zu bringen. Einen Tag lang malte AweR den Hintergrund in schwarz und zeichnete Skizzen vor, die restlichen beiden Tage lang malte er die Details und stellte das komplette Wandbild fertig.

Das Festival, um das es geht, heißt RestART und ist eine Initiative der Organisation NIO GIOVANI. Ende September gestalteten mehrere Künstler im Rahmen dieses Festivals Wände in Imola in Italien, genauer gesagt in der Wohngegend Marconi, die als Problemgebiet eingestuft wird. Ziel war es, die Lebensqualität der Einwohner durch Kunst zu verbessern. Es wurden Filme gezeigt, Musiker spielten Konzerte, es fanden Workshops statt und es wurden natürlich auch ganze Hauswände verschönert.

AweR war nicht der einzige Graffitikünstler, der das Festival mit seinem Talent bereicherte. Gleich mehrere Künstler und Crews nahmen sich des Themas „Kunst und Integration“ an und zeigten auf den Hauswänden ihre Interpretationen. Hier sind einige Beispiele:

 

Collettivo FX – „Immigrato al contrario“. Photo credits: Adrian Lungu & Giovanni Sarti
Mrfijodor – „Mr OPS & Industry Dragon“. Photo credits: Adrian Lungu & Giovanni Sarti
ETNIK – „Fragments“. Photo credits: Adrian Lungu & Giovanni Sarti

Street Art kann auf imposante Weise frischen Wind in eine Wohngegend bringen. Wir hoffen, dass die Bewohner der Stadt Imola zufrieden mit dem Ergebnis sind.

Mehr über AweR und seine Kunst erfährst du hier.